Die Berliner VHS-Dozent:innen-Vertretung hat den Mitgliedern der Kursleitenden-Vertretungen an den 12 VHS vorgeschlagen, uns ihre Erfahrungen in den Verhältnissen zu den Leitungen und den Kolleg:innen mitzuteilen.
Wir haben eine Umfrage gestellt, die vom 6. bis zum 12.10.2023 lief. Trotz der begrenzten Zeit haben 19 Personen beantwortet.
Wir können nicht wissen, wie diese 19 Beantwortenden auf die 12 VHS verteilt sind und wollten keine repräsentative Umfrage durchführen, aber die Umfrage liefert eine gute Informationsbasis über die Arbeit und die Schwierigkeiten der Kursleitenden-Vertretungen.
Es gab 10 Fragen, davon waren 8 multiple choice und 4 Textfelder.
Die ersten Fragen betrafen der Kontakt zur VHS-Leitung und die Kontakte zu den Fachbereichsleitungen. Auffallend ist es, dass die letzteren deutlich schlechter laufen als die ersteren, wie die folgenden Tabellen zeigen.
Aus den Kommentaren geht hervor, dass die einzelnen Fachbereichsleitungen verschiedene Haltungen gegenüber den Kursleitenden-Vertretungen haben. Manche sind nicht zugänglich und haben wenig Verständnis oder Kenntnis über die Arbeitssituation der Lehrkräfte, andere sind grundsätzlich kooperativ. Mehrfach wird betont, dass dies von der Person abhängig ist.
Auch mit der VHS-Leitung hängt es von der Einstellung der:s Direktor:in ab: Es gibt Leitungen, die sich den Kursleitung-Vertretungen zugewandt zeigen und es keine Probleme mit Terminfindung gibt, was von einer guten Gesprächskultur zeugt. Aber an anderen VHS dauert es, bis eine Antwort auf eine Frage der Kursleitenden-Vertretung kommt und die Probleme der Kolleg:innen werden als Einzelfälle abgetan und nicht besprochen. Häufig werden die Direktionen als „offen, aber pragmatisch“ beschrieben.
Eindeutig ist ein negatives Urteil der Beantwortenden über das Beschwerdemanagement. Es fehlt an Zugänglichkeit und an Transparenz. In die, die Kursleitenden betreffenden Anliegen, werden sie nicht ausreichend einbezogen.
Einige Antworten in den Textfeldern bestätigen, dass es an einem Konflikt- und Beschwerdemanagement fehlt; auch an VHSen, an denen die Leitung als aufgeschlossen erlebt wird.
Die nächsten Fragen betrafen die digitale und analoge (Schwarzbrett, Veröffentlichung im VHS-Programm, usw.) Kontakt zu den anderen Kolleg:innen.
Auch zu diesen Punkten sind die positiven Antworten in der Minderheit. Interessant ist es dabei, dass die Schwierigkeiten größer bei den analogen Kontaktwegen sind als im relativ neuen Bereich des digitalen Kontakts.
Die Umfrage bestätigt, dass es ein strukturelles Problem gibt: Die Kursleitenden-Vertretungen sind abhängig und die Kolleg:innen sind jede Zeit kündbar; zwar legen sich sich mit den Direktor:innen an, haben haben keine Rechte.
Durch das Erwachsenenbildungsgesetz (EBiG) haben die Kursleitenden-Vertretungen eine höhere Legitimation als in der Zeit davor, aber keine Mittel stehen ihnen zur Verfügung, um gegen die Leitung Druck aufzubauen. Auch wenn man sich unsere Probleme und Wünsche höflich an hört, kann man sie wieder ignorieren oder ihre Lösung auf unbestimmt verschleppen.
Es wird betont, dass eine externe, unabhängige Beschwerdestelle notwendig ist. An jeder VHS gibt es eine Beschwerdestelle für die Teilnehmenden. Für die Kursleitenden könnte die Beschwerdestelle beim Servicezentrum sein: Durch die Einrichtung eines transparenten Beschwerdemanagements könnte die Angst vor ungerechter Behandlung verringern. Dafür ist eine Novellierung des EBiG notwendig.
Neben dem fehlenden Beschwerdemanagement werden als Quellen von Problemen die überforderte Verwaltung, aber auch eine angespannte Stimmung zwischen Mitarbeiter:innen der Verwaltung und Dozent:innen empfunden.
In den Textfeldern werden auch lokale Schwierigkeiten angesprochen, wie z.B. dass es kein Dozent:innen-Zimmer gibt, dass die Technik in den VHS-Räumlichkeiten fehlt, dass die Räume aufgrund von mangelhafter oder gar nicht stattfindender Reinigung dreckig sind.